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Rettungsringe an Schiffsmodellen

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Rettungsringe an Schiffsmodellen

 

Mittwoch, 19.08.2020 von Stefan Schmischke

Rettungsringe an Schiffsmodellen

Als kleiner Bub hatte ich dazu ein ganz klares Bild: An Bord eines Schiffes hat jeder einen Rettungsring. Sinkt das Schiff, gehen alle über Bord und der Rettungsring hält selbst die Nichtschwimmer über Wasser, bis Rettung kommt. Wie so oft, weichte meine kindliche Weltanschauung von der Realität ab: Rettungsringe spielen bei der Evakuierung eines Schiffes keine Rolle.

Tatsächlich geht es nur darum, jemanden zu retten, der über Bord gegangen ist. Ihm wird der Ring hinterher geworfen, damit er sich daran festhalten kann.

Standorte

Damit ergibt sich auch schon der richtige Location für einen Rettungsring:

Bei kleinen Booten wie z. B. einem Segler hinten am Heck, dort wo der Skipper am Ruder steht oder an der Pinne sitzt. Er braucht den Ring in seiner unmittelbaren Griffnähe.

Bei größeren Schiffen lagern Ringe zusätzlich dort, wo jemand ein Auge auf die Geschehnisse an Bord hat. Und das ist der, der auf der Brücke oder im Ruderhaus Wache schiebt oder das Schiff steuert. Also sind die Außenwände vom Ruderhaus und der Brücke und auch die Brückennock weitere geeignete Orte für Rettungsringe.

Tatsächlich hat bereits Leonardo da Vinci schon mal einen Rettungsring gezeichnet. Erst viel später wurden auch welche hergestellt. Zunächst hat man Kork verwendet und mit Segeltuch umwickelt. Heute sind sie aus Kunststoff und entweder hohl oder mit Schaum gefüllt. Entspricht er der Norm DIN EN 14144, dann hat der Ring einen Durchmesser von 75 cm. Innen sind es 45 cm. Eine  umlaufende Greifleine ist etwa 3 Meter lang und die Wurfleine am Ring soll mindestens 20 Meter lang sein – je größer das Schiff, desto länger die Leine.

Es lohnt sich, hier mal am eigenen Modell nachzumessen: Manche Hersteller haben es nicht immer so genau genommen und das in den Beschlagsatz oder Baukastens gelegt, was man schon im Regal liegen hatte. Heute sind bei vielen Anbietern unterschiedliche Rettungsringe in vielen Größen verfügbar.

Zur besseren Sichtbarkeit im Wasser sind die Ringe orange und mit Reflektorstreifen versehen. Zubehörhersteller verkaufen uns gerne rot-weiß gestreifte Ringe. Die waren – vermutlich bis in die 1970er Jahre – durchaus üblich. Für Freizeitskipper werden sie auch heute noch angeboten. Wird aber an Bord eines Schiffes gearbeitet, dann gelten Vorschriften und Normen und dann sieht man selbst am ältesten Fischerboot orangefarbene Rettungsringe.

Rettungsringe werden nicht – wie auf manchen Modellen – einfach an die Bordwand geklebt, bei Bedarf abgerissen und ins Wasser geworfen. Sie stecken in passenden Halterungen, in denen sie seefest fixiert sind, aber mit einem Handgriff entnommen werden können. Zumindest bei Maßstäben von 1:50 und größer sollten wir Modellbauer so eine Halterung auch bauen können.

Verbesserungen

Hier sehen Sie, wie man einen bei vielen Anbietern als Beschlagteil verfügbaren Rettungsring mit einfachen Mitteln verbessern kann.

Der Rettungsring hat einen Außendurchmesser von 25 mm und entspricht damit dem Maßstab 1:30.

Zunächst wird die angespritzte Halteleine entfernt und der Ring an den entsprechenden Stellen etwas nachgeschliffen.

Der Ring wurde orange lackiert. Die Griffleine wird mit Sekundenkleber fixiert. Mit silberner Farbe sind die vier Klebebänder imitiert, die die Greifleine am Ring fixieren.

Auf diesem Bild sieht man links das Ausgangsprodukt und rechts der bearbeitete Ring inklusive einer Halterung aus Messingblechstreifen.

Hier erkennt man einen Rettungsring an Bord des Fischereiaufsichtsbootes Narwal aus Cuxhaven. Der Ring entspricht einer neueren Bauform – die Greifleine wird durch die Ösen geführt.

Ein Modell davon liefert Lextek, hier im Maßstab 1.20. Eine passende Halterung ist aus ein paar Streifen Messingblech schnell und einfach verlötet.

Hier ist diese Halterung samt Ring probeweise an der Bordwand eines Ruderhauses fixiert. Die Wurfleine wurde hier mit aufgeschossen. Üblich als Halterung sind auch einfache Rahmen aus Rundmaterial.

Auf dieser Aufnahme wurde der Ring mit 1,5 mm Messingdraht gebogen und verlötet.

Hier ist für die Wurfleine ein eigener Haken vorhanden.

Die Buchstaben wurden mit einem normalen Drucker auf Wasserschiebefolie aufgedruckt und mit Lack fixiert. Danach kann das Trägerpapier im Wasserbad abgelöst und die bedruckte Folie aufgelegt und mit Klarlack fixiert werden.